Konsequenz Freiheit!

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Wieder lässt uns ein Anschlag mitten in Europa traurig, aber auch wütend zurück. Wieder mussten unschuldige Menschen sterben in einem barbarischen Akt des Terrors. Die Bilder gleichen sich: Vor vier Monaten Paris, jetzt Brüssel. Zynisch lässt sich fragen, welche europäische Metropole die Terroristen als nächstes ins Visier nehmen. Die Frage nach dem „ob“ scheint schon fast obsolet. Ist das der Preis, den wir für unsere Freiheit, für ein offenes Europa bezahlen müssen? Müssen wir fortan damit leben, dass wir jederzeit Ziel neuerlicher Attacken werden können?

Nein, Terror darf und wird in Europa niemals zur Normalität werden! Dafür werden wir geschlossen kämpfen müssen, wenn uns die Freiheit in einem vereinten Europa auch nur das Geringste bedeutet. Deshalb sind die Zeichen der Anteilnahme wichtig. Sie zeigen, dass Europa nicht einfach einknickt. Dass wir Barbaren nicht das Feld überlassen. Jeder Tweet, jeder Post der Solidarität und jedes schwarz-gelb-rot beleuchtete Bauwerk sind stumme Zeichen dieser Geisteshaltung. 

Natürlich kann es nicht bei diesen Solidaritätsbekundungen bleiben. Wie schwierig aber der tatsächliche Kampf gegen diese Form des Terrors ist, hat der gestrige Tag uns wieder schmerzlich ins Gedächtnis gerufen. Keine vier Tage nachdem Salah Abdeslam, der Hauptverdächtige der Pariser Anschläge vom November, in Molenbeek verhaftet wurde, hat der IS erneut zugeschlagen. Ob es sich wirklich um einen „Racheakt“ handelt, werden die weiteren Ermittlungen zeigen. Die Suche nach Lösungen gegen diese Form des Terrors kann nur in einem gemeinsamen europäischen Vorgehen liegen. Man muss diesen Umstand mittlerweile schon fast mantraartig wiederholen. Zu dieser Wahrheit gehört aber auch, dass die exekutive Zusammenarbeit in Europa nicht stark genug ist, um gegen diesen Terrorismus vorzugehen. Was wir in dieser Frage brauchen ist mehr Europa und nicht weniger. Wie kann es sein, dass wir im Bereich der Terrorismusabwehr und Kriminalitätsbekämpfung in Europa immer noch nicht flächendeckend zusammenarbeiten?! Hier müssen nationale Egoismen schnellstmöglich überwunden werden. Gerade die belgische Polizei hat dabei in den letzten Jahren keine allzu gute Figur abgegeben. Wenn alleine in Brüssel sechs verschiedene Behörden die Polizeikompetenzen untereinander aufgeteilt haben, dann nimmt das schon fast kafkaeske Züge an. Dass effektive Terrorismusbekämpfung so nicht funktionieren kann sollte jedem klar sein.

Wie die politische Reaktion auf die gestrigen Anschläge nicht ausfallen sollte, hat auf ein Neues Donald Trump bewiesen. Angesprochen auf die Anschläge, führte er in einem Interview mit dem Sender CNN* wieder einmal die Thesen von Folter, Rache und dem kompletten Einreisestopp von Muslimen in die USA ins Feld. Dass er dabei Dutzende tote Menschen für seine eigenen politischen Zwecke missbraucht, scheint ihm egal zu sein. Wir müssen froh sein, in einem Europa zu leben, in dem solche Positionen (noch) nicht den öffentlichen Diskurs bestimmen. Arbeiten wir jeden Tag dafür, dass es auch so bleibt!

*Anzuschauen gibt es die Videos direkt hier:

Video 1:

 

Video 2:

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2 Gedanken zu “Konsequenz Freiheit!

  1. echsenwut März 30, 2016 / 13:54

    Hat schon mal irgendwer versucht, das derzeit in Europa Undenkbare zu denken?
    Was wäre denn eigentlich, wenn wir und die USA einfach einmal damit aufhören würden, im Nahen und Mittleren Osten Kriege anzuzetteln und sie mit großen Waffenlieferungen über Jahrzehnte am Leben zu erhalten? Was würde wohl passieren?
    Würden wir die Schlagzeilen über immer neue Bombardements eines Tages vermissen? Können wir damit leben, dass vielen Kindern die Eltern plötzlich und wider Erwarten erhalten bleiben würden? Wenn auf einmal keine ganzen Stadtteile zerfetzt würden, weil irgendwer mal wieder Bomben werfen musste?
    Wenn das auch ein wenig ironisch klingt, enthält es aber jede Menge Wahrheit: versetzen Sie sich einmal in die Lage eines Jugendlichen, der wegen einer verirrten Drohne / Bombe / Kugel seine ganze Familie verloren hat und allein bleibt. Stellen Sie sich diesen Jugendlichen vor und versuchen Sie nachzuempfinden, wieviel Liebe und Verständnis er wohl dem US-Bomber entgegenbringen wird, den er noch davonfliegen sieht. Können Sie das verstehen? Können Sie fühlen wie es wäre, wenn Ihnen eines Tages irgendjemand Ihre ganze Familie, Ihr ganzes Wohnumfeld vernichten würde und Ihnen lapidar erklärt, Sie hätten halt unglücklicherweise etwas zu dicht an einem Haus gewohnt, in dem man Terroristen VERMUTET hat? In einem konkreten Fall hat man mehreren Müttern von sechs- bis achtjährigen Kindern seitens der US-Streitkäfte erklärt, sie seien halt Terroristen gewesen und hätten getötet werden müssen. Einfach so. Von Soldaten, die auf dem Durchmarsch durch das Dorf waren. Mal eben. Die Kinder hatten auf der Straße Fußball gespielt, als der Zug Soldaten ankam. Peng. Alle tot. Kann man nachempfinden, was eine solche Mutter fühlt? Wie toll sie anschließend über unsere Freiheiten denkt? Wieviel Respekt sie vor unserer Sehnsucht nach Frieden hat?
    Wär das nicht was? Einfach mal aufhören zu schießen, zu bomben, Soldaten und Waffen dorthin zu schicken?

    • patrickruthi März 30, 2016 / 14:45

      Interessant wie Terror immer wieder durch die Interventionen des „Westens“ im Nahen und Mittleren Osten versucht wird zu erklären. Dazu ein paar Gedanken: Nicht nur Europa und die USA sind von Islamistischem Terror betroffen – bei weitem nicht. Die meisten Anschläge geschehen entweder vor Ort oder in anderen Teilen der Erde wie z.B. Afrika. An die Interventionspolitik Afrikanischer Länder im Nahen und Mittleren Osten kann ich mich leider nicht erinnern. Dennoch werden sie noch stärker getroffen als wir hier in Europa. Die Terroristen, die bei uns zuschlagen haben keine „amerikanischen Bomber“ über ihren Häusern erlebt. Sie sind hier geboren und aufgewachsen und haben sich dann erst den Terrorregimen angeschlossen. Die Islamistische Zellen in Brüssel existieren schon seit Jahrzehnten. Islamistischer Terror ist kein in irgendeiner Weise zu rechtfertigender „Racheakt“. Nein, er ist die versuchte Vernichtung alles Anderen im perfiden Missbrauch einer Religion. Das alles nur an westlicher Interventionspolitik festzumachen ist nicht nur zu kurz gedacht, es verlagert die gesamte Thematik einseitig auf eine Diskursebene. Da soll natürlich nicht heißen, dass die westlichen Interventionen allesamt richtig sind oder waren. Aber wenn das militärische Mittel nicht erste Wahl sein soll, haben Sie sicherlich andere Vorschläge wie wir den IS bekämpfen bzw. eindämmen. Ich bin gespannt!

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